Gladiolen

Der Garten meiner Tante war immer ein Traum, sie liebte Pflanzen und hegte den Garten um ihr 1724 erbautes Fachwerkhaus wie einen Schatz. Inzwischen lebt sie leider nicht mehr und gerade wenn ich im Garten arbeite oder über meine schönen Pflanzen staune, dann denke ich an sie und wie sie sich ebenfalls darüber freuen würde.

Zu den Blumen, die sie besonders mochte zählen Gladiolen, ihr Garten war voll davon, insbesondere von blau-violetten Sorten.

Ich bin dieses Jahr zum ersten Mal erfolgreich im Anpflanzen von Gladiolen, ich habe wohl endlich den richtigen Platz gefunden (Im Vorgarten, fast den ganzen Tag volle Sonne, reichhaltige, durchlässige Erde, viel Wasser). Nächstes Mal muss ich die Zwiebeln noch etwas tiefer eingraben, 10cm war etwas zu knapp. Jetzt wo die Gladiolen ausgewachsen sind und die Blüten sich öffnen sind sie zu schwer und knicken weg. Ich habe irgendwo gelesen, dass man dies verhindern könnte, indem man sie etwas tiefer eingräbt.

Die rosa Gladiolen sind ein Traum! Etwas weiter westlich, teilweise im Schatten habe ich auch einige gelbe Gladiolen angepflanzt, die blühen noch nicht.  Oh nein, hoffentlich blühen sie nicht ausgerechnet wenn ich im Urlaub bin!

Leider habe ich keine Ahnung, was für eine Sorte es genau ist, auf den Zwiebelpackungen stand nur „Gladiolus“ und ein Bild für die Farbe.

Läuse und Ameisen

Dieses Jahr ist es echt furchtbar mit dem Ungeziefer im Garten. Zum ersten mal überhaupt habe ich mit Schnecken zu kämpfen und alles ist voll mit Läusen. Und Ameisen.

Ich habe ja eigentlich keine Ahnung, was ich da im Garten mache, und so bin ich da mit etwas naiven Gedanken rangegangen. Ameisen zum Beispiel waren für mich immer nur sympathische kleine Nützlinge. Na gut, nicht immer. Zu meinen allerältesten Erinnerungen zählt, wie zwei ältere Geschwister mich als Baby in einen Ameisenhaufen setzen… Aber später kamen dann die netten Geschichten. In meinem Heimatdorf sind Generationen von Erstklässlern mit der Geschichte von Max Butziwackel der Ameisenkaiser (von Luigi Bertelli / Vamba) eingeschult worden und meine Mutter ist bekennender Fan von Paul Emsig und zu ihren Schätzen gehört eine Sammlerfigur aus dem Überraschungsei, auf der Paul Emsig einen orangenen statt grünen Hut trägt.

Kurz und gut: ich habe mich immer wieder über die Existenz von Ameisenködern gewundert, aber ehrlich gesagt auch nicht weiter darüber nachgedacht.

Sagen wir: ich bin nun schlauer. Als Erstklässler hätte ich garantiert gewusst, dass Ameisen ihre Läuse pflegen und verteidigen, aber dieses Wissen ging verloren. Aber das alleine hat mir noch nicht weitergeholfen.

Ich habe in den Tiefen des Schuppens gewühlt und noch eine Flasche mit Pflanzenschutzmittel gegen Läuse von der Vorbesitzerin gefunden. Das habe ich erfolgreich ausprobiert: Die Testpflanze war innerhalb von 2 Tagen tot. (davor ging es ihr eigentlich gut, sie war einfach nur voller Läuse).  Da ich eigentlich kein Fan von Spritzmitteln bin, war das Thema damit für mich abgehakt.

Aber ich habe eine neue Idee, mit der ich mich diese Woche beschäftigen werde: Beim Blättern in einer Frauenzeitschrift stieß ich auf eine Illustration von einem Marienkäfer und den beiläufigen Text über seinen Fleiß beim Läusefressen. Und der ist beachtlich: Bis zu 50 Läuse am Tag verspeist ein ausgewachsener Marienkäfer und eine Larve sogar mehrere Hundert! Es gibt sogar Sorten, die Rosenrost bekämpfen, das wäre optimal, den damit habe ich dieses Jahr auch zu kämpfen.

Am Wochenende habe ich in der Minze zufällig einen Marienkäfer entdeckt und direkt auf eine stark befallene Pflanze umgesiedelt. Dort hat es ihm sichtlich gefallen, man konnte förmlich sehen, wo er seine Bahnen durch die Läuse gepflügt hatte. Jetzt ist er leider verschwunden und ich befürchte, er ist einem Vogel zu Opfer gefallen.

Aber ich brauche mehr Marienkäfer!

Online habe ich verschiedene Händler entdeckt, bei denen man Eier oder Larven kaufen kann. Ich habe mich noch nicht ganz entschieden, aber wahrscheinlich werde ich direkt Larven nehmen. Aber vorher muss ich noch meine Ameisen loswerden, damit die mir die Larven nicht angreifen.

Ich bin nun ganz hin- und hergerissen, was die vielen Vögel in meinem Garten angeht. Die sollen mir die Schnäbel von den Marienkäfern lassen…

Noch zwei Sachen: Zum Überwintern von Marienkäfern kann man kleine Häuschen basteln, in die sie sich zurückziehen können.

Und dann sollte man sich besser überlegen, welche Pflanzen man anbaut. Ich habe dieses Jahr nämlich in großem Stil Kapuzinerkresse ausgesät und erst jetzt bei meiner Recherche erfahren, dass Läuse Kapuzinerkresse lieben. So sehr, dass man Leute sogar extra Kapuzinerkresse irgendwo anpflanzen, um die Läuse von anderen Pflanzen wegzulocken. Ich würde eher behaupten, dass ich damit eher erreicht habe, dass die Läuse eine wunderbare Aufzuchtstation gefunden haben…

Edit: Und wie ging es nun weiter? Das Problem hat sich ohne weiteres Zutun von selbst erledigt. Die Läuse sind verschwunden, die Ameisen größtenteils auch. Der Marienkäfer allerdings auch. Ich habe keine Ahnung warum!

Tagebuchschreiberei

Zur Zeit scheint Tagebuch schreiben wieder in zu sein. Pinterest und Zeitschriften sind sogar voll von Anleitungen und wer keine Ahnung hat, was er da reinschreiben soll, der führt eine reicht verzierte Taskliste auf Kalenderbasis. Ist nämlich gerade mindestens genauso angesagt.

Aber was schreibt ihr denn alle in eure Tagebücher? Was tagsüber passiert ist? Wie ihr euch fühlt? Selbstverfasste Gedichte? Was der Nachwuchs zum Besten gegeben hat?

Und wie unterscheidet sich euer Tagebuch von Facebook? Seid ihr dort ehrlicher? Macht ihr euch Sorgen, dass eure Kinder einen Therapeuten brauchen, falls sie das mal lesen? (Und habt ihr diese Sorge auch bei Facebook?)

Ich schreibe seit ca 25 Jahren Tagebuch. Manche hab ich nach nochmaligem Lesen spontan zerstört, andere aufgehoben. Aber eines lässt mich immer wieder staunen: Dass es seit 25 Jahren die selben Themen sind, um die meine Gedanken kreisen.

Im Prinzip geht es immer nur um die Wechselwirkung zwischen mir und meiner Umwelt. Gewürzt mit schönen Erlebnissen, Erinnerungen in denen ich einmal stöbern will wenn ich alt und dement bin. Ich hoffe meine Urenkel werden mir dann daraus vorlesen. Und ich werde hoffentlich denken: “Was für eine glückliche Frau!“

Und mal wieder ein Neustart

Mein wohl häufigster Blogeintrag ist „Ich fange dann mal wieder an zu bloggen“. Da ich meine erste Webseite 1999 veröffentlicht habe kam das nun schon wirklich häufig vor, dass ich mein Online-Tagebuch zurückgesetzt habe, alte Beiträge gelöscht und wieder von Neuem begonnen habe.

Dieses mal ist auch ein Neustart in meinem Leben ein Grund für den Neustart des Blogs: Ich erwarte in Kürze mein zweites Kind plane auch sonst einige Änderungen in meinem Leben, bzw. habe in letzter Zeit einiges geändert. Doch es soll nicht nur um Umbrüche und Veränderungen gehen. Hier ist wie immer Raum für alles, was mich beschäftigt.